kleine zusammenfassung

#1 von Zaehnchen , 30.09.2010 08:59

Am 27. Mai 1832 kamen auf dem Hambacher Schloss zwischen 20.000 und 30.000 Menschen zu einem großen Fest zusammen. In zahlreichen glühenden Reden wurden bürgerliche Freiheiten und die deutsche Einheit gefordert. Die Veranstaltung war dabei tief geprägt von der Solidarität mit den europäischen Nachbarvölkern, insbesondere den Polen. Das Hambacher Fest war die bis dato größte Veranstaltung, auf der liberale und demokratische Forderungen einer breiten Öffentlichkeit präsentieren wurden. .

Bereits am 26. Mai 1832 trafen massenweise Besucher in Neustadt ein. Es ertönten Gesang, Böllerschüsse und Glocken. Gegen 8 Uhr am nächsten Morgen versammelten sich die Teilnehmer auf dem Marktplatz. Eine Stunde später zogen sie singend hinauf zum Schloss. Das Programm begann mit Grußadressen, die verlesen wurden, und den ersten Reden. Der Schlossberg war erfüllt vom Getöse der Menge, von Musik, Gesang und Böllerschüssen. An einem Festmahl am Mittag konnte nur ein kleiner Teil der Besucher teilnehmen. Für die Masse gab es zahlreiche Verpflegungsstände. Am Nachmittag musste wegen eines Regenschauers das Programm kurz unterbrochen werden. Abends endete die Veranstaltung auf dem Schloss. Die Besucher strömten nach Neustadt, um dort weiter zu feiern.

Am Fest nahmen zwischen 20.000 und 30.000 Menschen teil (Zum Vergleich: Einwohnerzahl der Stadt Frankfurt damals 45.000; Neustadt 6.000; Hambach 2.000). Die Mehrzahl der Besucher stammte aus dem Rheinkreis und der näheren Umgebung und konnte ohne Übernachtung anreisen. Aus Heidelberg waren 200 bis 300 Burschenschafter gekommen. Auch von Besuchern aus Kiel, Stralsund, München, Freiburg und Leipzig wird berichtet. Ebenso waren zahlreiche Frauen der Einladung gefolgt.

Die große Anzahl der Teilnehmer und deren weit gestreute Herkunft sind bemerkenswert, besonders, da der Aufruf zum Fest erst 36 Tage vor der Veranstaltung erschienen war. Bis zur Erfindung der Eisenbahn spielte sich der Verkehr auf Land- und Wasserwegen ab. Das Reisen und die Nachrichtenübermittlung wurden von schlechten Straßen, Überfällen und Unfällen beeinträchtigt. Als Transportmittel diente vor allem der vierrädrige Wagen, wie er im Postkutschenverkehr eingesetzt wurde.

Zentral waren die Forderungen nach Einheit und Freiheit Deutschlands. Unter Einheit wurde die Errichtung eines deutschen Nationalstaates mit einer Verfassung verstanden. Die Forderung nach Freiheit umfasste die bürgerlichen Freiheiten: Meinungs-, Rede-, Presse-, Versammlungs-, Vereinigungs-, Gewerbe-, Auswanderungs- und Niederlassungsfreiheit. Dazu gehörte auch die Gleichberechtigung aller Staatsbürger vor dem Gesetz unabhängig vom Geburtsstand. Frauen waren dabei explizit eingeschlossen.

Das Hambacher Fest war der Höhepunkt einer Phase der europäischen Völkerfreundschaft. Die Festredner bekannten mehrheitlich ihre Solidarität mit den anderen Völkern, die auch für ihre Freiheit kämpften. Wirth beendete seine Rede mit einem Hoch auf das „conföderierte republikanische Europa“. Siebenpfeiffer schloss mit einem Hoch auf jedes Volk, „das seine Ketten bricht und mit uns den Bund der Freiheit schwört".

Benny

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Kurzvortrag

#2 von Munz , 30.09.2010 09:27

Titel / Referat: Hambacher Fest - Verlauf und Folgen (Kurzvortrag)
Schlagwörter: Deutsche Geschichte, Enstehung der Nationalflagge, Hambacher Fest, Pfälzer Bevölkerung, Unzufriedenheit Hausaufgabe, Referat
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Das Hambacher Fest
Zusammenfassung:

•Hambacher Fest vom 27. bis 30. Mai 1832 auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der Haardt
•am 27. Mai 1832 kamen auf dem Hambacher Schloss zwischen 20.000 und 30.000 Menschen zu einem großen Fest zusammen
•in glühenden Reden wurden bürgerliche Freiheiten und die deutsche Einheit gefordert
•gilt als Höhepunkt frühliberaler bürgerlicher Opposition in Restauration und Vormärz
•Wurzeln in der Unzufriedenheit der Bevölkerung der Pfalz mit der Verwaltung der Region durch das Königreich Bayern
•direkte Folge des Festes bestand in der staatsanwaltschaftlichen Verfolgung führender Persönlichkeiten des Vormärz
•13 Angeschuldigte wurden 1833 vor dem außerordentlichen Assisengericht (Schwurgericht) angeklagt
•Verfahren endete zwar mit dem Freispruch der Hauptangeklagten, doch wurden diese anschließend in Zweibrücken und Frankenthal wegen angeblicher Beleidigungsdelikte vor Zuchtpolizeigerichte gestellt und verurteilt
Der Ursprung dieses revolutionären Geschehens fand sich in der Unzufriedenheit der Pfälzer Bevölkerung. Während der Napoleonischen Ära 1801-1815 wurde die Pfalz ein Teil der Französischen Republik und erlangte damit viele Fortschritte, wie z.B. die vermehrten Freiheitsrechte der Bevölkerung. Als 1816 durch den Wiener Kongress der Beschluss verkündet wird, dass die Pfalz nur als Rheinpfalz unter bayerische Verwaltung gestellt wird, gehen viele der neu erlangten Fortschritte wieder verloren. Außerdem wurde die Wirtschaft der Pfalz durch hohe Zölle und Steuern stark benachteiligt, so dass große Teile der Bevölkerung verarmten. 1830 kommt es dann zu einer noch strengeren Zensur, sodass die Publizisten Phillip Jakob Siebenpfeiffer und Johann Georg August Wirth reagierten und 1832 den „Deutschen Press- und Vaterlandsverein“ gründen, dessen Vorsitzender Friedrich Schüler wurde. Dieser Kreis organisierte am 27. Mai 1832 ein Volksfest, das, da es auf dem Hambacher Schlossberg stattfand, das Hambacher Fest genannt wurde. Motiv des Festes war die Bekanntgabe der politischen Einstellung des Kreises.

Auf dem Fest waren über 30.000 Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und vielen Nationen anwesend. Vom Student bis zum Abgeordneten. Vom Franzosen bis zum Polen. Die Hauptforderungen waren Freiheit (Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit), Bürgerrechte, nationale Einheit, eine Neuordnung Europas auf der Grundlage gleichberechtigter Völker, Volkssouveränität und religiöse Toleranz. Das Hambacher Fest war überdies auch der Beginn unserer Nationalflagge. Die schwarz-rot-goldenen Fahnen wurden das erste Mal beim Fest geschwenkt und sollten das Streben nach Freiheit, Bürgerrechten und Einheit symbolisieren. Jakob Siebenpfeiffer eröffnete die Feier mit den Worten: „Es lebe das freie, das einige Deutschland! Hoch leben die Polen, der Deutschen Verbündete! Hoch leben die Franken der Deutschen Brüder, die unsere Nationalität und unsere Selbständigkeit achten! Hoch lebe jedes Volk, das seine Ketten bricht und mit uns den Bund der Freiheit schwört! Vaterland - Volkshoheit - Völkerbund hoch!“ Am 28. Mai 1832, dem zweiten Tag des Hambacher Festes, trafen sich im Neustadter Schießhaus führende deutsche Demokraten und Liberale, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Zu einem Ergebnis kamen sie nicht. Doch die Folgen des Hambacher Festes waren groß und wider alle Erwartungen der Publizisten. Viele der Anführer wurden verurteilt und nachdem die Burschenschafter vergeblich versuchten mit dem Frankfurter Wachenansturm von der Hambacher Bewegung zur bewaffneten Revolution überzugehen, schränkte der Deutsche Bund die Versammlungs- und Pressefreiheit noch weiter ein. Die Publizisten Siebenpfeiffer und Wirth mussten in die Schweiz fliehen.


http://www.abipur.de/hausaufgaben/neu/de.../660005236.html


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zuletzt bearbeitet 30.09.2010 | Top

175 Jahre Hambacher Fest + Gründe zum Hambacher Fest

#3 von Munz , 01.10.2010 09:07

175 Jahre Hambacher Fest - eine Artikel- und Schriftensammlung 8

Interview mit Heinrich August Winkler

Winkler: Hambacher Fest wichtiger Schritt zu Einheit und Freiheit

Neustadt/Berlin. Das Hambacher Fest von 1832 war nach Einschätzung des Berliner Historikers Heinrich August Winkler ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Einheit und Freiheit in Deutschland. In einem Interview warnt der emeritierte Professor der Humboldt-Universität zugleich davor, das Ereignis zu heroisieren.

Frage: Das Hambacher Fest wird als Meilenstein auf dem Weg zur Demokratie bezeichnet, das Hambacher Schloss gar als Wiege der Demokratie in Deutschland. Sind diese Einordnungen berechtigt?

Winkler: "Das Hambacher Fest von 1832 war ein wichtiger Schritt auf dem langen Weg zu Einheit und Freiheit. Zwischen dem Wiener Kongress von 1814/1815 und der Deutschen Revolution von 1848 ist es ein bedeutendes Datum. Nach der Hochphase der Restauration erscholl zum ersten Mal ein lauter und deutlicher Ruf nach Freiheit und Einheit, der in ganz Deutschland gehört wurde. Ohne Vorkämpfer wie die Teilnehmer des Hambacher Festes hätte es die Revolution von 1848 nicht gegeben."

Frage: Was war der Auslöser für das Hambacher Fest?

Winkler: "Die Menschen in der Pfalz waren unzufrieden mit der Zensur, der politischen Unfreiheit unter dem bayerischen Königshaus und hatten zugleich die Erinnerung an die Reformen in der "Franzosenzeit" zwischen 1801 und 1814, als die Region zu Frankreich gehörte. Dazu kommt die Julirevolution von 1830 in Frankreich, ohne die das Hambacher Fest nicht vorstellbar wäre."

Frage: Ging vom Hambacher Fest eine Botschaft aus, die auch heute noch zeitgemäß ist?

Winkler: "Manche Redebeiträge von damals muten auch heute noch sehr aktuell an - etwa die Forderung nach einer Gleichberechtigung der Frau. Man sollte das Hambacher Fest aber nicht heroisieren. Es gab dort ja die Forderung, eine provisorische Nationalregierung zu bilden. Von dieser Aussicht fühlten sich die Teilnehmer dann doch überfordert. Das Hambacher Fest war eine Kundgebung für Einheit und Freiheit, aber kein Versuch, eine deutsche Revolution auszulösen." (dpa)


http://www.susannealbers.de/05information-hambach08.html

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RE: 175 Jahre Hambacher Fest + Gründe zum Hambacher Fest

#4 von munz ( Gast ) , 14.01.2014 13:10

war echt hilfreich vielen dank

munz

   

Dr. Philipp Jakob Siebenpfeiffer (1789-1845)

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