Politischer Einfluß

#1 von Munz , 12.12.2010 01:50

Eine ähnliche Entwicklungsrichtung ist auch in der Vergrößerung der Freizeit, der Verbesserung der Schulverhältnisse und der Bildungsinstitutionen und in der wachsenden Möglichkeit für verschiedene Gruppen der Gesellschaft zu erkennen, sich zusammenzuschließen, ihre Interessen zu artikulieren und sich um die Verbesserung ihrer Lage zu bemühen. Dazu hat sicherlich die Ausbreitung der industriellen Technik entscheidend beigetragen. Dennoch ist dieser Trend nicht ohne die auch bewussten Anstrengungen, sozialen und politischen Kämpfe und Ziel gerichteten organisatorischen Bewegungen verschiedener Strömungen und Gruppen in der Gesellschaft im liberalen Bürgertum, in kirchlichen Kreisen, aber besonders auch in der aufkommenden Arbeiterbewegung zu verstehen.

http://www.bpb.de/publikationen/XIWL18,0...%E4ltnisse.html (eingesehen 12.11.10)


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RE: Politischer Einfluß

#2 von Munz , 12.12.2010 01:56

Arbeiterparteien und Gewerkschaften



Wegen der Gefährdung der Existenz der Arbeiter kam es immer wieder zu Protesten. In der ersten Zeit der Industrialisierung richteten sich die Proteste gegen die Maschinen, da durch die Maschinen die Arbeiter ihr Einkommen verloren.

Um bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne gegen die Unternehmer durchsetzen zu können, schlossen sich die Arbeiter zu Gewerkschaften zusammen. Um die Unternehmer unter Druck zu setzen, drohten die Arbeiter mit Arbeitsniederlegung (Streik). Am Anfang haben viele Politiker und die Unternehmer die Gewerkschaften als Unruhestifter angesehen und sie nicht ernst genommen. Sie wollten sie nicht als Verhandlungspartner ansehen.

Die Arbeiter haben erfahren, wie machtlos sie eigentlich gegenüber den Unternehmen und Behörden waren. Deswegen haben sich ab 1860 Arbeiterparteien gegründet um Einfluss auf die Politik in Deutschland zu nehmen. 1875 schlossen sich einige von ihnen zur Sozialistischen Arbeiterparteien Deutschlands zusammen. Diese wurde dann 1890 in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die SPD, unbenannt. Sie wurden zur stärksten Partei im Reichstag.


Die SPD - Die Arbeiterpartei
Die SPD gründete sich im Jahre 1848/49. In diesem Jahre fand auch die Märzrevolution statt. In dieser Revolution gründeten sich die ersten Organisationen innerhalb der Arbeiterbewegung .Eine dieser Organisationen war der Bund der Kommunisten unter der Führung von Karl Marx und Friedrich Engels. Nach dem Scheitern der Revolution wurden die ersten Ansätze einer Parteibildung unterdrückt.

Angesichts der rasant fortschreitenden Industrialisierung in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts gründete Ferdinand Lassalle am 23. Mai 1863 in Leipzig den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV). Dieses Datum wird auch als Geburtsstunde der SPD bezeichnet. Am 7./9. August 1869 wurde die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) von August Bebel und Wilhelm Liebknecht in Eisenach gegründet. Sie richteten sich nach den Marx-Engels’schen Theorien und bezeichnet sich als Sektion der Ersten Internationale. Nach der Reichsgründung 1871 wurde sie erneut unterdrückt und verfolgt. Danach näherten sich ADAV und SDAP einander an und schlossen sich auf dem Gothaer Vereinigungsparteitag vom 22. bis 27. Mai 1875 zur Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) zusammen. Im Gothaer Programm suchten sie einen Kompromiss zwischen der ADAV und der SDAP.

Im Jahre 1878 trat das Sozialistengesetz in Kraft. Dieses besagt, dass die Versammlungen der Mitglieder der SAP verboten wurden – nur die SAP-Reichsfraktion durfte weiterarbeiten. Trotz dieses Verbotes gewannen die Sozialisten , nun als Sozialdemokratische Partei, bei den Reichswahlen im Jahre 1890 gleich 19,7 % der Stimmen. Somit waren sie die wählerstärkste Partei.

Im Oktober 1891 hat die Partei ein neues Programm beschlossen, das Erfurter Programm. Es war deutlich radikaler als das Gothaer Programm. Voraussetzung für die Abschaffung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse war die Übernahme der politischen Macht durch die Arbeiterklasse. Der zweite, praktische Teil war moderater gestaltet. Dieser Teil wurde von Eduard Bernstein verfasst. Er forderte soziale und politische Reformen, wie sie auf demokratischem Wege und im Rahmen des kapitalistischen Staates durchführbar waren. Langfristig setzte sich in der SPD die reformerische Richtung durch. Nach ihrer Neuformierung im Jahre 1890 wurde die SPD rasch zur größten Partei innerhalb der Internationale und übernahm eine Führungsrolle.

Im Umfeld der SPD entstanden Organisationen wie Arbeitersportvereine, Bildungsvereine, Konsumvereine und Frauenvereine, die mit den sozialistischen Gewerkschaften die Basis der SPD festigten und verbreiteten .Bei den Reichstagswahlen im Jahre 1912 erhielt die SPD 34,8% der Stimmen und wurde somit die stärkste Reichstagsfraktion.

Vorsitzender der Partei war seit der Neuformierung 1890 August Bebel. Nach seinem Tod übernahmen 1913 Friedrich Ebert und Hugo Haase die Führung der Partei, ab 1915 war Friedrich Ebert alleiniger Vorsitzender.

http://www.hildegardis.bobi.net/projekte...rkschaften.html (eingesehen 12.11.10)


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RE: Politischer Einfluß

#3 von Munz , 12.12.2010 01:59

Behinderung der Gewerkschaften [Bearbeiten]
Nach Jahrzehnten der Repression und Behinderung durch die Obrigkeit traten gewerkschaftliche Organisationen im Vormärz und während der deutschen Revolution verstärkt öffentlich in Erscheinung und artikulierten ihre Forderungen. Das Scheitern der Revolution und die darauf folgende Phase der Restauration führte jedoch dazu, dass die gewerkschaftliche Bewegung erneut an Schlagkraft verlor und sich erneuten Repressionen ausgesetzt sah. Erst durch neue Reformen in den Jahren 1869 bzw. 1871, etwa die der Gewerbeordnung durch die Gewerbe- und Koalitionsfreiheit eingeführt wurde, entwickelten sich Gewerkschaften als Vertragspartner von Unternehmerverbänden. Die Arbeiterschaft musste um ihr Existenzminimum ringen, während die Unternehmer feudalistische Privilegien besaßen. Die Gewerkschaften waren zunächst daran interessiert die Lage ihrer Mitglieder zu verbessern. Sie führten Arbeitskämpfe, Streiks und Kaufboykotts gegen die Unternehmer durch. Dieser Machtzuwachs und die damit einhergehende Gefahr für das herrschende System brachte die Herrschenden dazu, Gewerkschaften zeitweise zu verbieten oder gesetzlich zu behindern. Generell verboten wurden gewerkschaftliche Aktivitäten zwischen 1878 und 1890 durch das Bismarcksche Sozialistengesetz.
Erst mit dem Halberstadter Kongress des Jahres 1892 gewann die Gewerkschaftsbewegung wieder stark an Bedeutung und Macht: Am 14. März 1892 wurde durch Carl Legien die Gründungskonferenz der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands einberufen. Damit gaben sich die mitgliederstärksten Gewerkschaften einen Dachverband im Deutschen Reich.
Gruppierung nach beruflicher und politischer Orientierung [Bearbeiten]
Die deutschen Gewerkschaften orientierten sich an den parteipolitischen Linien sowie nach Berufen bzw. Berufsgruppen und nicht nach dem Prinzip ein Betrieb = eine Gewerkschaft. Diese berufsständische Gewerkschaftsorganisation geht auf die traditionelle Zunftverfassung und die Festlegungen des Halberstadter Kongresses zurück. Der ADGB und der AfA-Bund als größte Gewerkschaftsorganisationen standen der SPD, die Christlichen Gewerkschaften der christlichen Zentrumspartei, die Revolutionäre Gewerkschaftsopposition (RGO) der KPD, die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine der liberalen DDP und der Deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband (DHV) der rechtskonservativen DNVP bzw. in der Endphase der Weimarer Republik sogar der NSDAP nahe. Die syndikalistische Freie Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) lehnte Parteipolitik ganz ab.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gewerkschaften_in_Deutschland (eingesehen 11.12.10)


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RE: Politischer Einfluß

#4 von Munz , 12.12.2010 02:01


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