Dr. Philipp Jakob Siebenpfeiffer (1789-1845)

#1 von Munz , 30.09.2010 09:10

Philipp Jakob Siebenpfeiffer wurde am 12. November 1789 in Lahr geboren. Im Alter von 10 Jahren verlor er beide Eltern, so dass die Familie der Tante ihn und seine Geschwister aufnahm. Er besuchte Lateinschule und Pädagogium und begann wegen der schlechten finanziellen Verhältnisse noch während seines letzten Schuljahres im Frühjahr 1804 als Hilfskraft in der Verwaltung des Oberamtes Lahr zu arbeiten, wo er sich zum Schreiber hocharbeitete. Nach einem Wechsel 1808 in die Oberverwaltung nach Freiburg nahm Siebenpfeiffer 1810 das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität auf, das er allerdings aus Geldmangel bereits nach einem Jahr unterbrechen musste. In Freiburg befreundete er sich mit dem Liberalen Carl Wenzeslaus von Rotteck, mit dem Siebenpfeiffer im selben Haus wohnte und von ihm maßgebend beeinflusst wurde. 1813 beendete er sein Studium mit dem Doktorexamen. Zwischen 1814 und 1817 arbeitete Siebenpfeiffer für die österreichische Besatzungsbehörde im Rheinkreis, zunächst in Trier, dann in Ottweiler und Speyer und schließlich in Landau. Mit der Abtretung des Gebietes 1816 an Bayern wechselte auch Siebenpfeiffer in den bayerischen Staatsdienst und war in der Kreisdirektion in Frankenthal tätig. .

Siebenpfeiffers Zeitschrift "Rheinbaiern" aus dem Jahr 18301818 schließlich wurde er Landkommisar (Vorgänger des Landratsamtes) in Homburg. Gleichzeitig begann Siebenpfeiffer mit der Veröffentlichung von Publikationen auf den Gebieten der Verwaltung und des Rechts, in denen seine liberalen Ansichten mehr und mehr zum Vorschein traten. 1825 heiratete er Emilia von Weiseneck aus Freiburg, die Tochter eines dortigen Professors. Im Winter 1829/30 berichtete Siebenpfeiffer erstmals von seinem Plan, eine Zeitschrift herauszugeben. Im September 1830 schließlich erschien die erste Ausgabe von Rheinbaiern, eine vergleichende Zeitschrift für Verfassung, Gesetzgebung, Justizpflege, gesamte Verwaltung und Volksleben des konstitutionellen In- und Auslandes, zumal Frankreichs, in der Siebenpfeiffer davon sprach, dass „die Völker sich in Zukunft besser zu verständigen wissen als bis jetzt die Kabinette, sobald die Sache der Völker die Sache der Regierung wird". .

Als Reaktion auf die Veröffentlichung der Zeitschrift wurde Siebenpfeiffer im November 1830 auf den Posten des Vorstandes des Zwangsarbeiterhauses in Kaisheim zwangsversetzt, wobei er diese Stelle nicht antrat. Stattdessen verklagte Siebenpfeiffer die Regierung und inszenierte dies öffentlichkeitswirksam in seinen Schriften. Das Gericht gab Siebenpfeiffer zwar Recht, befand sich in Bezug auf die Versetzung allerdings als nicht zuständig. Er wurde pensioniert und zog mit seiner Familie nach Oggersheim, wo er sich nun ausschließlich seiner journalistischen und publizistischen Tätigkeit widmete. Neben der Zeitschrift Rheinbaiern veröffentlichte er ab April 1831 noch die Tageszeitung Bote aus dem Westen. Jedoch war diese Tätigkeit ständigen Repressalien der Behörden ausgesetzt, die den Postversand behinderten oder Druckerpresse versiegelten. Siebenpfeiffer beteiligte sich daher an der Gründung des Pressvereins. Anfang März musste Siebenpfeiffer die Arbeit an Westboten und Rheinbaiern jedoch einstellen. .


Die Zeitung "Der Bote aus dem Westen" von SiebenpfeifferNach dem Hambacher Fest, auf dem er die zweite Rede gehalten hatte, wurde Siebenpfeiffer am 18. Juni 1832 verhaftet und in das Gefängnis in Zweibrücken gebracht, wo er bis zum Prozeßbeginn Ende Juli 1833 in Untersuchungshaft saß. Der Prozess endete zwar mit einem Freispruch, doch Siebenpfeiffer blieb in Frankenthal in Haft, da er vor dem Bezirksgericht wegen „Beleidigung in- und ausländischer Behörden" angeklagt war. Am 8. November 1833 wurde Siebenpfeiffer wie Wirth zur Höchststrafe von zwei Jahren Haft verurteilt. In der Nacht vom 14. auf den 15. November 1833 flüchtete er aus dem Gefängnis und übersiedelte über Frankreich in die Schweiz. Im Exil lehrte er an der Universität Bern und setzte seine publizistische Tätigkeit fort. 1842 erkrankte Siebenpfeiffer und verstarb am 14. Mai 1845. (mw)


http://www.demokratiegeschichte.eu/index.php?id=169


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Dr. Philipp Jakob Siebenpfeiffer (1789-1845)

#2 von Munz , 30.09.2010 09:19

Dr. Philipp Jakob Siebenpfeiffer
(1789-1845)
Jurist und Schriftsteller
Am 12. November 1789 wurde Philipp Jakob Siebenpfeiffer im damals zu Nassau-Saarbrücken gehörenden Lahr (Schwarzwald) geboren. Nach dem Jura-Studium im Freiburg, wo Siebenpfeiffer zu einem engen Vertrauten seines Lehrers Karl von Rotteck wurde, gelangte er über verschiedene Beamtenanstellungen 1818 ins rheinbayrisch-pfälzische Homburg, wo er die neu geschaffene Stelle des „Landcommissärs“ (Landrat) antrat. Aufgrund seiner Erfahrungen in diesem Amt forderte er das bayrische Königshaus immer wieder zu Reformen auf, insbesondere in sozialer und wirtschaftlicher, aber auch politischer Hinsicht. Unter dem Eindruck der Julirevolution des Jahres 1830 artikulierte Siebenpfeiffer diese Kritik öffentlich. Seine Ende 1830 erstmals erschienene Zeitschrift „Rheinbayern“ hatte die umgehende Entlassung zur Folge. Er intensivierte nun sein journalistisches Engagement, zog von Homburg nach Zweibrücken um, wo er im Milieu der liberalen Juristen verkehrte und eng mit den Wortführern der liberalen Opposition auch im Münchener Landtag kooperierte. Zu „Rheinbayern“ gab Siebenpfeiffer als weitere Zeitung „Der Bote aus Westen“ (später „Westbote“) heraus. Auf eine Idee von ihm ging die Gründung „Vaterlandsvereins zur Unterstützung der freien Presse“ zurück, die am 29. Januar 1832 in Zweibrücken-Bubenhausen stattfand. Siebenpfeiffer war kurz zuvor nach Oggersheim umgezogen, Ende März 1832 ließ er sich in Haardt bei Neustadt nieder - heute erinnert eine Gedenktafel, die anlässlich seines 200. Geburtstages im Anwesen Mandelring 45 angebracht wurde, an seinen dortigen Wohnsitz. In unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes organisierte er das Hambacher Fest, zu dem er auch den öffentlichen Aufruf verfasste. Am 27. Mai 1832 hielt Siebenpfeiffer nicht nur die Eröffnungsrede vor den geschätzten 30.000 Teilnehmern, auch von ihm eigens gedichtete Lieder wurden gesungen. Deswegen am 18. Juni 1832 in Haardt festgenommen, wurde Siebenpfeiffer zunächst in Zweibrücken inhaftiert. Zusammen mit anderen Rednern hatte er sich 1833 im Assisenverfahren in Landau/Pfalz, einem Sondertribunal, zu verantworten. Von allen Vorwürfen freigesprochen, wurde er dennoch wegen „Beamtenbeleidigung“ in Frankenthal zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Mit Unterstützung von politischen Weggefährten gelang Siebenpfeiffer am 14. November 1833 die Flucht aus der Haftanstalt. Über das Elsass begab er sich in die Schweiz, wo er in Bern bald eine Anstellung als Professor für Straf- und Staatsrecht erhielt. In den frühen 1840-er Jahren machten sich bei ihm erstmals Anzeichen einer Geisteserkrankung bemerkbar, weswegen er in die Heil- und Pflegeanstalt Bümplitz eingeliefert wurde. Dort starb er am 14. Mai 1845.


http://www.strasse-der-demokratie.eu/the...-1789-1845.html

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Dr. Philipp Jakob Siebenpfeiffer (1789-1845)

#3 von Munz , 30.09.2010 09:24

"Die Freiheit ist ein Instrument, das in den Händen der Unwissenheit den Besitzer leicht verletzt, in der Hand der Schlechtigkeit eine Waffe der Unterjochung, in der Hand der Weisheit zum Zauberstab des Glückes wird."
(Siebenpfeiffer in „Rheinbayern“, Bd. 1, 1830, S. 254.)
Philipp Jakob Siebenpfeiffer war von 1818 bis 1830 Landcommissär in Homburg. Weil er seine Kritik an sozialen, wirtschaftlichen und politischen Missständen publizierte, wurde er von diesem Amt suspendiert. Die Zeitschrift „Rheinbayern“, die er im November 1830 erstmals herausgab, bildete das Startsignal für die liberale Bewegung, die nunmehr vom Raum Homburg / Zweibrücken ausgehen sollte.

Im Frühjahr 1831 gab Siebenpfeiffer in Zweibrücken unter dem Titel „Der Bote aus Westen“ ein weiteres Journal als Sprachrohr der demokratischen Opposition heraus. Aus seiner Feder stammte der Aufruf zum Hambacher Fest. Siebenpfeiffer hielt gleich zu Beginn des Hambacher Festes eine der wichtigsten Reden überhaupt, in der er nationale Einheit und eine demokratische Gesellschaftsordnung forderte. Wie die meisten Wortführer von Hambach wurde er wegen seiner Ausführungen verhaftet und angeklagt.

Im berühmten Landauer Assisenverfahren freigesprochen, wurde er dennoch wegen ‘Beamtenbeleidigung’ zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Unter Mithilfe von Johann Philipp Becker gelang ihm auf abenteuerliche Weise die Flucht über das Elsass in die Schweiz, wo Siebenpfeiffer in Bern bald eine Professur bekam, sich fortan aber jedweder politischen Äußerung enthielt.



Literaturangaben
Philipp Jakob Siebenpfeiffer (1789 – 1845), Ein Leben für die Freiheit, hg. vom Saarpfalz-Kreis, Konstanz 1989


http://www.saarpfalz-kreis.de/buergerser...hichte/1559.htm

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Gründungslied

#4 von Munz , 30.09.2010 09:32

„Hinauf, Patrioten! Zum Schloss,
zum Schloss!
Hoch flattern die deutschen Farben:
Es keimet die Saat und die Hoffnung
ist groß,
schon binden im Geist wir die
Garben:
Er reifet die Ähre mit goldenem
Rand,
und die goldne Erndt` das – Vaterland.“

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RE: Gründungslied

#5 von Fabian , 12.10.2010 09:30

schau mal muns ob das was für dich is :
Seine Eröffnungsrede schloss Siebenpfeiffer mit den folgenden Worten:

„Es lebe das freie, das einige Deutschland! Hoch leben die Polen, der Deutschen Verbündete! Hoch leben die Franken[1], der Deutschen Brüder, die unsere Nationalität und unsere Selbständigkeit achten! Hoch lebe jedes Volk, das seine Ketten bricht und mit uns den Bund der Freiheit schwört! Vaterland - Volkshoheit - Völkerbund hoch!“

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RE: Gründungslied

#6 von Munz , 16.10.2010 22:26

Danke, hab ich aber auch schon gelesen ;-)
Kann aber denk ich die Reden und Vorderungen darin nur kurz ansprechen, sonst wird das alles zu lang... Muss man mal schauen.
Werd die Tage weiter machen, da arbeiten bei mir doch nix wurd....

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RE: Gründungslied

#7 von Fabian , 18.10.2010 09:41

wieso das?
muss auch noch n anderes referat fertig machen...aber fehlen tut nur motivation^^

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RE: Gründungslied

#8 von Munz , 18.10.2010 20:28

Ähm das ganze sollte doch nen KURZreferat werden oder? sind drei Leutz mit Material, wenn noch ne große Lücke da is kann man die mit sowas füllen, aber ansonsten denk ich wird das alles doch noch ziemlich knapp....

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